„Pfarrei im Porträt“

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Markus Hollard arbeitet seit 35 Jahren bei der Firma A. Happ und Sohn – privat mit seiner Mannschaft deutscher Dartmeister

 

 

WIESBADEN. Markus Hollard ist ein Verschönerer. Orte, an denen andere Menschen wohnen oder arbeiten, wertet er auf. Etwa durch ein neues Treppengeländer aus glänzendem Edelstahl, ein neues Vordach über dem Eingang eines Hauses, einen solide gearbeiteten Zaun. Markus Hollard, 51 Jahre alt und seit 35 Jahren Metallbauer bei der Wiesbadener Traditionsfirma „Adolf Happ und Sohn“, liebt seinen Beruf. Er mag den Kundenkontakt und wer ihn trifft, spürt, was die Kunden an ihm schätzen: freundlich, ruhig, aber mit kompetenten Antworten auf alle Fragen zu seinem Fach. Genauso gern wie auf Montage ist Markus Hollard in der Firma, die für ihn „wie ein zweites Zuhause“ ist. 1956 hat Adolf Happ sie am damaligen Standort im Westend übernommen, seit 2000 ist sie unter seinem Sohn, dem heutigen Seniorchef Wolfgang Happ, in Dotzheim ansässig. Dessen zwei Söhne wiederum sind nun Juniorchefs.

 

 

Abwechslung macht Spaß

 

 

Gleich die erste Stelle, auf die er sich bewarb, führte den 16-jährigen Markus Hollard im Jahr 1981 zu Wolfgang Happ. Der erinnert sich noch gut an den Jugendlichen, der ihm „auf Anhieb sympathisch“ war und den er umgehend als Metallbauer-Lehrling einstellte, anschließend auch übernahm. Hollard sagt über Happ, dass er „eine echte Vaterfigur“ für ihn gewesen sei. In der hauseigenen Werkstatt lernte Hollard von der Pike auf die Metallverarbeitung, stellte ungezählte Geländer und Zaunelemente her und ist heute vorwiegend im Außendienst zur Montage unterwegs. Daran macht ihm „vor allem die Abwechslung“ Freude, wie er sagt. Gerade ist er mit dem großen Lieferwagen in den Hof der Firma an der Schönberger Straße gefahren, er kommt von einem Kunden, der sich jetzt über einen neuen Handlauf aus gebürstetem Edelstahl an seiner Treppe freut. Sicher, witterungsbeständig und edel wirkt das Ganze auf den Handyfoto, das Hollard zeigt.
In der großen Werkstatt haben die Kollegen Sekt und Häppchen vorbereitet zur Feier seines Jubiläums.  Enorm habe sich sein Beruf gewandelt in diesen 35 Jahren, erzählt Hollard, nachdem alle auf ihn angestoßen haben.. Als er anfing, wurde zum Beispiel noch alles elektrisch geschweißt, „das war sehr dreckig, heute macht man das mit Schutzgas.“ Und wenn er heute einen Handlauf einbetoniert, hat er das Betongemisch fertig dabei, „früher mussten wir unten in Schierstein erst Kies aufladen und den für den Beton verwendet.“ Markus Hollard „dankbar für den technischen Fortschritt, der auch meinen Beruf leichter gemacht hat.“ Trotzdem, er hat viel geschleppt und gestemmt in all den Jahren, er tut es noch. Mit über 50 sei das nicht mehr dasselbe wie früher, darum wünscht er sich für die kommenden Jahre weiterhin einen fitten Körper, der das alles mitmacht.
Wenn er frei hat, dann ist diese Zeit für seine Familie reserviert. „Ich lebe Patchwork mit insgesamt fünf Kindern, da ist immer was los“, sagt Hollard lachend. Außerdem widmet er sich mit Leidenschaft seinem großen Hobby, dem Dartspiel. Mit der Herrenmannschaft „Master of Disaster“ in Ginsheim-Gustavsburg hat er in diesem Jahr die deutsche Meisterschaft gewonnen. Demnächst wird Hollard darum mit seinem Team zur Dartspieler-WM nach Las Vegas fliegen.
Im Dartspiel würde man seinen beruflichen Glücksgriff, nach dem er nun schon so viele Jahre in derselben Firma zufrieden ist, vermutlich „Bull's Eye“ nennen, ein Wurf mit einer sehr hohen Punktzahl direkt in die Mitte der Dartscheibe. Denn „es ist doch einfach schön, wenn man jeden Tag gern zur Arbeit geht“, findet Hollard.

 

Dieser Artikel erschien am 15. Oktober 2016  im Wiesbadener Kurier.

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